FBG Ostheide


Der nächste Winter kommt bestimmt – sichern Sie sich Ihren Brennholzbedarf

Die Forstbetriebsgemeinschaft Ostheide verkauft auch Brennholz aus den Lüchow-Dannenberger Privatwäldern. Sichern Sie sich Ihren kommenden Bedarf schon jetzt. Weitere Informationen erteilt unsere Geschäftsstelle und das Forstamt in Lüchow sowie unsere Förster vor Ort. Adressen und Telefon unter der Rubrik “WIR ÜBER UNS” auf der linken Seite.

Stand: 06.07.2009

Eichenprozessionsspinner im Elbetal – Jeden Kontakt vermeiden!

Faltblatt der Biologischen Bundesanstalt zum Eichenprozessionsspinner

Auch in Niedersachsen ist derzeit an wenigen Stellen ein Naturphänomen zu beobachten, das sonst eher in anderen Bundesländern auftritt: Die Massenvermehrung dieser haarigen Falter- bzw. Raupenart. Der Name stammt von der Eigenart, sich zur Nahrungssuche stets hinter- oder nebeneinander zu bewegen, eben eine Prozession durchzuführen.
Diese Naturerscheinung (und ihre gelegentlichen gesundheitlichen Auswirkungen) sind schon seit Anfang des letzten Jahrhunderts bekannt. Normalerweise haben die natürlichen Feinde die Bestände im Griff. Nach den heißen Sommern und den milden Wintern seit 2003 ist derzeit jedoch eine Ausbreitung und Massenvermehrung erstmals auch in Niedersachsen zu beobachten. Problematisch sind die Raupen weniger wegen ihres Fraßes der Eichenblätter, sondern vor allem durch ihre Wirkungen auf den Menschen.

Gesundheitsrelevanz:

Die Härchen der Raupen enthalten ein Nesselgift, ähnlich wie wir es von Brennnesseln kennen. Das Nesselgift der Raupenhaare (Thaumetopoein) ist jedoch deutlich stärker und wirkt länger. Es kann bei Hautkontakt oder beim Einatmen verschiedene – zum Teil auch heftige pseudo-allergische Symptome – auslösen.
Kontakte mit der Haut führen zur sogenannten Raupendermatitis. Bei Personen oder Tieren richten sich die Empfindlichkeit und Reaktionsintensität nach der Dichte der Kontakte. Ein geringer Kontakt löst meist nur einen Juckreiz aus, während ein heftiger Kontakt mit der Haut zu starkem Juckreiz, Schüttelfrost, Schwindel in seltenen Fällen bis hin zu allergischen Schockreaktionen führen kann. Bei starkem Kontakt verspürt man anfangs ggf. sogar ein Prickeln, welchem nach wenigen Minuten die genannten Reaktionen folgen. Typisch für den Kontakt ist der über viele Tage anhaltende Juckreiz der kleinen roten Schwellungen oder Quaddeln. Besonders gefährdet sind unbedeckte Körperstellen (Gesicht, Hals , Innenseite der Arme und Beine, Achselhöhlen, Armbeugen und Kniekehlen).
Beim Auftreten gesundheitlicher Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht und auf den Raupenkontakt hingewiesen werden. Die Symptome können mit Medikamenten behandelt und damit erheblich gemildert werden.

Gefährdungszeitraum:

Die Vermehrung der Raupen findet insbesondere von Ende Mai bis Ende August statt. Die giftigen Haare der Eichenprozessionsspinner brechen leicht und können durch Luftströmungen auch über 100 m weit getragen werden. An den Larvenhäuten in den Nestern bleiben nach dem Schlüpfen die Brennhaare zurück.
Gespinstnester an Bäumen und auf dem Boden bleiben somit eine Gefahrenquelle. Wenn die Raupenhaare weder Licht noch Wasser ausgesetzt sind, können die sie für Mensch und Tier noch bis zu einem Jahr lang giftig bleiben.

Wer sollte besonders aufpassen?

  • Personen, die sich im Wald aufhalten, Anwohner von Waldgebieten mit Eichen
  • Arbeitskräfte von Forst- und Landschaftspflegebetrieben sowie Straßenmeistereien
  • Personen auf Freizeit- und Grünanlagen (zum Beispiel auch Sportplätze, Campingplätze, Freibäder, Kinderspielplätze)
  • Halter von Haus- und Nutztieren (Diese sind gleichermaßen betroffen)

Wie können Sie sich schützen?

  • Meiden Sie die befallenen Gebiete und ggf. abgesperrten Bereiche.
  • Sollten Sie dennoch in ein Areal kommen, das von der Eichenprozessionsspinnerraupe befallen ist, verhüllen sie alle unbedeckten Körperflächen (Nacken, Hals, Arme und Beine usw.).
  • Raupen und das Gespinst nicht berühren. Vermeiden sie jeden Kontakt.
  • In der Nähe von befallenen Bäumen sich nicht ins Gras oder auf den Boden setzen.
  • Nach unbeabsichtigten Kontakt mit den weißen Raupenhaaren die betroffenen Körperstellen gründlich abspülen.
  • Nicht kratzen, juckreizhemmende Salbe hilft fürs Erste, Arzt aufsuchen.
  • Raupenhaare auf der Haut eventuell mit Klebestreifen tupfend entfernen.
  • Die betroffene Kleidung möglichst bei 60 °C mit viel Wasser waschen, damit das in den anhaftenden Raupenhaaren enthaltene Nesselgift vernichtet oder ausgespült wird.
  • Die Bekämpfung und Entfernung der Raupennester ist eine Sache für Fachleute.

Wenn ein Befall da ist, was können Sie tun?

Es handelt sich um ein natürliches Phänomen, dem mit Augenmaß begegnet werden sollte. Da ab August mit dem Schlüpfen der Falter der Spuk beendet ist, müssen im Wald nur bei stärkerem Befall oder im Rahmen von Sonderprogrammen zwingend Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen.
An Schulen, Kindergärten, Tagesstätten, Schwimmbädern, Freizeitanlagen, Zeltplätzen, Krankenhäusern und Kliniken mit viel Publikumsverkehr sollte ein deutlicher Befall hingegen sachgerecht bekämpft werden, um das Kontaktrisiko zu minimieren.
Verantwortlich auf öffentlichen Flächen sind die Städte und Gemeinden, auf Privatgrundstücken der jeweilige Eigentümer. Wenden Sie sich bitte an die Ordnungsbehörde Ihrer Kommune.
Die Bekämpfung und Entfernung ist eine Sache für Fachleute.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Umfassende Informationen gibt ein Faltblatt der Biologischen Bundesanstalt, welches am Anfang des Artikels (sh. oben) als Download zur Verfügung steht.

QUELLE: NLGA

Stand: 06.07.2009

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